Atos: Ergebnisse für das erste Halbjahr 2019

  • Erstes Halbjahr im Einklang mit den Zielen für das Gesamtjahr
  • Infrastructure & Data Management sowie Nordamerika auf Kurs zu Wachstum im zweiten Halbjahr
  • Syntel-Integration verläuft planmäßig
  • Umsatz von 5.744 Millionen Euro
  • +0,8 Prozent organisches Wachstum, mit +1,1 Prozent im zweiten Quartal
  • Book-to-Bill-Verhältnis von 100 Prozent, mit 113 Prozent im zweiten Quartal
  • Operative Marge von 529 Millionen Euro, 9,2 Prozent des Umsatzes
  • Freier Cashflow von 23 Millionen Euro
  • Normalisierter Gewinn je Aktie (EPS – Earnings per Share): +12 Prozent auf 3,21 Euro[1]
  • Alle Ziele für 2019 bestätigt

[1] normalisierter verwässerter Gewinn je Aktie aus laufendem Betrieb

Paris, 25. Juli 2019 – Atos, ein weltweit führender Anbieter für die digitale Transformation, gibt heute sein Finanzergebnis für das erste Halbjahr 2019 bekannt.

Thierry Breton, Chairman und CEO von Atos, erklärte: „Im zweiten Quartal haben wir alle Maßnahmen forciert, die wir in Nordamerika eingeleitet haben. Dies hat erwartungsgemäß die Umsatzentwicklung im Bereich Infrastructure & Data Management verbessert – in Richtung Wachstum in der zweiten Jahreshälfte.

Die Integration von Syntel verläuft wie geplant und Synergien entstehen weiterhin, auch beim Auftragseingang sowie im Hinblick auf Kosten.

In der ersten Jahreshälfte verzeichnete die Gruppe ein positives organisches Umsatzwachstum von 0,8 Prozent, mit einem Plus von +1,1 Prozent im zweiten Quartal, sowie einem Book-to-Bill-Verhältnis von 100 Prozent, beziehungsweise 113 Prozent im zweiten Quartal. Unsere geschäftliche Dynamik bestätigt die Bedeutung unserer End-to-End-Strategie, bei der wir auf unsere Schlüsseltechnologien sowie -dienstleistungen setzen und die wir durch unsere strategischen Partnerschaften stärken.

Im ersten Halbjahr 2019 haben wir mehr als 600 Experten im Bereich Big Data & Cybersecurity eingestellt und weiter in innovative Angebote investiert, um eine führende Rolle bei der weiteren Konsolidierung dieses Marktes zu spielen. Unsere Division verzeichnete im ersten Halbjahr ein solides organisches Umsatzwachstum von +12,4 Prozent.

Zudem haben wir in der ersten Jahreshälfte erheblich in innovative Technologien wie IoT, Machine Learning, Edge Computing sowie in die damit verbundenen Kompetenzen unserer Mitarbeiter investiert. Außerdem gehen wir bereitwillig unserer Pflicht nach, unsere CO2-Bilanz in einem energieintensiven Markt zu reduzieren.

Neben den Ergebnissen des ersten Halbjahres bestätigen wir zudem sämtliche Zielsetzungen für das Gesamtjahr 2019 sowie unseres Dreijahresplans.“

H1 2019: Performance nach Unternehmensbereichen

Mit einem organischen Wachstum von +0,8 Prozent stieg der Umsatz auf 5.744 Millionen Euro, getragen von einer starken Performance im Geschäftsbereich Big Data & Cybersecurity und einem Zuwachs im Bereich Business & Platform Solutions. Der Rückgang im Bereich Infrastructure & Data Management verringerte sich von -3,0 Prozent im ersten Quartal auf -0,6 Prozent im zweiten Quartal, was auf die verbesserte Lage in Nordamerika zurückzuführen ist.

Die operative Marge betrug 529 Millionen Euro, was 9,2 Prozent des Umsatzes entspricht – eine Verbesserung um +20 Basispunkte, die hauptsächlich auf der guten Performance im Bereich Business & Platform Solutions (+80 Basispunkte) beruht. Indes stabilisierte sich der Bereich Infrastructure & Data Management. Die operative Ergebnismarge im Bereich Big Data & Cybersecurity spiegelt konkrete Investitionen in F&E sowie in das Portfolio an Cybersicherheits- und Big-Data-Lösungen wider.

Revenue Operating margin Operating margin %
In € million H1 2019 H1 2018* Organic
evolution
H1 2019 H1 2018* H1 2019 H1 2018*
Infrastructure & Data Management 3,137 3,193 -1.8% 274 277 8.7% 8.7%
Business & Platform Solutions 2,135 2,087 +2.3% 247 224 11.6% 10.8%
Big Data & Cybersecurity 473 421 +12.4% 48 49 10.2% 11.7%
Corporate costs - - - -40 -37 -0.7% -0.7%
Total 5,744 5,701 +0.8% 529 513 9.2% 9.0%

* At constant scope and exchange rates

 

Der Umsatz im Bereich Infrastructure & Data Management betrug im ersten Halbjahr 2019 3.137 Millionen Euro und sank damit bei konstanter Basis und gleichen Wechselkursen um -1,8 Prozent. Nach einem ersten Quartal mit -3,0 Prozent erreichte die Division im zweiten Quartal 2019 organisch -0,6 Prozent, insbesondere aufgrund der verbesserten Lage in Nordamerika. Die Division setzte die Transformation ihres Geschäftsmodells fort, indem sie den Umsatzanteil im Segment für Hybrid Cloud Orchestration und bei Projekten in den Bereichen Technology Transformation Services und Unified Communications erhöhte. Sie führte die digitale Transformation ihrer Hauptkunden durch Automatisierung und Robotik fort und konnte in diesen strategischen Feldern mehrere neue Verträge abschließen.

Das Wachstum im Bereich Finanzdienstleistungen wurde vor allem durch das Anlaufen bedeutender Verträge in den USA mit der CNA Financial Corporation getragen, die den im vergangenen Jahr ausgelaufenen Vertrag mit Standard & Poor‘s überkompensierten. In Großbritannien kamen Verträge mit Aviva sowie verstärkte Aktivitäten mit NS&I und Aegon hinzu. Das Segment Telcos, Media & Utilities profitierte von zusätzlichen Umsätzen mit der BBC und das Anlaufen mehrerer Aufträge, etwa in Großbritannien und auf der Iberischen Halbinsel. Die Lage in den Segmenten Public Sector sowie Manufacturing, Retail & Transportation war herausfordernd: insbesondere in Großbritannien aufgrund der im vergangenen Jahr abgeschlossenen Übergangs- und Transformationsphasen und des geringeren Volumens, sowie in den Vereinigten Staaten vor allem wegen des beendeten Vertrags mit Marriott International zum Ende des ersten Halbjahres 2018.

Die operative Marge betrug im ersten Halbjahr 2019 274 Millionen Euro, was 8,7 Prozent des Umsatzes entspricht und Stabilität im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. In der Tat verfolgten alle Regionen starke Kostensenkungsmaßnahmen, einschließlich des RACE-Programms, um ihre Kostenbasis an die Umsatzentwicklung anzupassen.

Der Umsatz von Business & Platform Solutions erreichte im ersten Halbjahr 2019 2.135 Millionen Euro, +2,3 Prozent bei konstanter Basis und gleichen Wechselkursen. Der Umsatz wuchs im zweiten Quartal 2019 organisch um +1,1 Prozent.

Starkes Wachstum verzeichnete das Segment Manufacturing, Retail & Transportation, das von einer guten Performance in fast allen Regionen – und insbesondere in Deutschland – profitierte. Ausschlaggebend waren neue Application Management Services mit Siemens, neues SAP-Engagement in Österreich, Syntel-Aktivitäten in Nordamerika und das kürzlich erschlossene Neugeschäft in den Beneluxstaaten und den nordischen Ländern. Der Sektor Telcos, Media & Utilities erzielte einen Zuwachs, vor allem getrieben durch Versorgungsunternehmen in Kontinentaleuropa. Die Division verzeichnete ein Wachstum im Finanzdienstleistungsgeschäft, das stark von den Syntel-Aktivitäten auf diesem Markt in Nordamerika unterstützt wurde. Zudem realisierte sie Synergien mit bestehenden Kunden in Großbritannien. Im Sektor Public & Health war die Lage vor allem aufgrund von Volumenrückgängen bei Altverträgen in Nordamerika herausfordernder. Indem sie Altverträge an Syntel übertrug, gelang es der Division, die Anzahl der Verträge mit niedriger Marge im ersten Quartal 2019 und im zweiten Quartal 2019 weiter zu reduzieren.

Die operative Marge betrug 247 Millionen Euro und entsprach 11,6 Prozent des Umsatzes. Die starke Verbesserung um +80 Basispunkte wurde hauptsächlich von Nordamerika, Deutschland und Großbritannien getragen. Dies ist vor allem auf die Kostensynergien durch die Syntel-Integration und die bereits erwähnte Reduzierung einiger margenschwacher Verträge zurückzuführen. Die Verbesserung resultierte auch aus steigenden Umsätzen mit digitalen Angeboten in Verbindung mit anhaltenden Kosteneinsparungen in den meisten Regionen, insbesondere durch die Industrialisierung in der weltweiten Bereitstellung und ein effizienteres Workforce Management.

Der Umsatz im Geschäftsbereich Big Data & Cybersecurity belief sich auf 473 Millionen Euro. Bei dem anhaltenden zweistelligen Wachstum gingen Frankreich sowie Benelux und die nordischen Länder voran, während Nordamerika im zweiten Quartal nicht das hohe Umsatzniveau des Vorjahres erreichte und somit das Wachstum beeinflusste.

Bei Big Data wurde das starke Wachstum vor allem vom Neugeschäft in Frankreich getrieben, kombiniert mit einer starken Performance in Benelux und den nordischen Ländern dank Verträgen mit CSC (IT Center for Science, Finnland) sowie einem Mineralölkonzern in Brasilien. Aktivitäten in der Cybersicherheit verzeichneten ebenfalls ein zweistelliges Wachstum, angeführt von neuen Geschäftsmöglichkeiten mit der CNA Financial Corporation in Nordamerika und verbunden mit einer guten Performance in Benelux und den nordischen Ländern sowie Deutschland. Diese Zunahmen konnten die Lizenzumsätze, die in diesem Jahr in Großbritannien nicht wiederholt wurden, weitgehend ausgleichen. Der Umsatz mit Mission Critical Systems verzeichnete ein solides Wachstum, das hauptsächlich auf den angelaufenen Auftrag einer National Police in Mittel- und Osteuropa zurückgeht.

Im zweiten Quartal 2019 erreichte der Geschäftsbereich Big Data & Cybersecurity ein organisches Umsatzwachstum von +13,2 Prozent.

Die operative Marge betrug 48 Millionen Euro und entsprach 10,2 Prozent des Umsatzes. Die operative Ergebnismarge im ersten Halbjahr 2019 spiegelte verstärkte Investitionen in konkrete F&E und Angebote für Cybersicherheit und künstliche Intelligenz sowie in Big-Data-Lösungen wider.

H1 2019: Performance nach Business Units

Revenue Operating margin Operating margin %
In € million H1 2019 H1 2018* Organic
evolution
H1 2019 H1 2018* H1 2019 H1 2018*
North America 1,345 1,420 -5.3% 148 140 11.0% 9.9%
Germany 1,074 1,052 +2.2% 68 62 6.3% 5.9%
France 887 847 +4.6% 59 61 6.7% 7.2%
United Kingdom & Ireland 842 860 -2.1% 87 93 10.3% 10.8%
Benelux & The Nordics 524 510 +2.6% 39 37 7.4% 7.3%
Other Business Units 1,073 1,012 +6.1% 168 160 15.6% 15.8%
Global structures** - - - -38 -40 -0.7% -0.7%
Total 5,744 5,701 +0.8% 529 513 9.2% 9.0%

* At constant scope and exchange rates

** Global structures include the IT Services Divisions global costs not allocated to the Business Units and Corporate costs

 

Im ersten Halbjahr 2019 stieg der Umsatz in den meisten Business Units:

  • In Nordamerika beschleunigte der Unternehmensbereich Infrastructure & Data Management seine Erholung im zweiten Quartal durch das Anlaufen neuer Verträge, wie etwa mit der CNA Financial Corporation. Gleichzeitig beeinträchtigte sie letztmalig das Auslaufen von zweier Verträge, die im ersten Halbjahr des Vorjahres beendet wurden. Somit befindet sich Nordamerika auf Kurs zu einem positiven organischen Wachstum im zweiten Halbjahr
  • Deutschland legte um +2,2 Prozent zu aufgrund reger Geschäftsaktivität im Bereich Business & Platform Solutions, die sowohl von digitalen Projekten als auch vom neuen Vertrag über Application Management mit Siemens getragen wurde
  • Frankreich wuchs um +4,6 Prozent, was vornehmlich auf die starke Performance im Bereich Big Data & Cybersecurity, insbesondere im Sektor Public & Health, zurückzuführen ist
  • In Großbritannien konnte eine starke Geschäftsaktivität im Unternehmensbereich Business & Platform Solutions, insbesondere von Syntel, den Rückgang der Lizenzumsätze im Bereich Cybersecurity und das geringere Volumen der im vergangenen Jahr verlängerten Verträge im Bereich Infrastructure & Data Management nicht ausgleichen
  • Benelux und die nordischen Länder verzeichneten ein Wachstum von +2,6 Prozent, das von der guten Performance im Unternehmensbereich Big Data & Cybersecurity bei gleichzeitiger Stabilisierung des Bereichs Infrastructure & Data Management getragen wird
  • Die weiteren Business Units erzielten dank einer starken Leistung in den drei Divisionen und in allen Regionen, insbesondere in Mittel- und Osteuropa sowie in Südamerika, eine solide Performance von +6,1 Prozent organischem Wachstum.

Die Steigerung der operativen Marge im ersten Halbjahr trugen hauptsächlich die Business Units Nordamerika und „Other Business Units“. In der Tat profitierte Nordamerika von den ersten realisierten Synergien mit Syntel und der verbesserten Kostenüberwachung, um die Kosten an das Aktivitätsniveau anzugleichen. Die „Other Business Units“ verbesserten ihre operative Marge in fast allen Regionen, die im direkten Zusammenhang mit dem Umsatzwachstum stehen.

Geschäftsaktivitäten

Im ersten Halbjahr 2019 erreichte die Gruppe Auftragseingänge in Höhe von 5.742 Millionen Euro. Dies entspricht einem Book-to-Bill-Verhältnis von 100 Prozent, davon 113 Prozent im zweiten Quartal.

Das Book-to-Bill-Verhältnis war im Geschäftsbereich Big Data & Cybersecurity mit 137 Prozent besonders hoch. Business & Platform Solutions verzeichnete ein gesundes Ergebnis von 104 Prozent. Infrastructure & Data Management erreichte 91 Prozent – darin spiegelt sich eine hohe Zahl von Abschlüssen von Neuverträgen wider in einem Jahr, in dem nur wenige Vertragsverlängerungen anstehen.

Neue Aufträge im zweiten Quartal kamen dem Geschäftsbereich Infrastructure & Data Management zugute – dank einer starken wirtschaftlichen Dynamik, insbesondere im Bereich Manufacturing, Retail & Transportation mit einem bemerkenswerten neuen Auftrag in Nordamerika. Im Bereich Infrastructure & Data Management haben die Beneluxstaaten und die nordischen Länder sowie Großbritannien Großaufträge im Segment Public & Health erhalten. Business & Platform Solutions konnte vor allem in Benelux und den nordischen Ländern sowie in Deutschland Neuverträge abschließen.

Die Verlängerungen im zweiten Quartal umfassten mehrere Verträge im Bereich Infrastructure & Data Management, etwa in Großbritannien im Markt Public & Health, Philips in Benelux und den nordischen Ländern sowie weitere Verträge in Nordamerika und Frankreich. Big Data & Cybersecurity gelang es, zwei wichtige Verträge im öffentlichen Sektor in Frankreich zu verlängern.

Im Einklang mit den Geschäftsaktivitäten belief sich der gesamte Auftragsbestand per Ende Juni 2019 auf 21,3 Milliarden Euro, blieb damit gegenüber Ende Dezember 2018 stabil und entsprach 1,9 Umsatzjahren. Die vollqualifizierte Pipeline betrug 7,1 Milliarden Euro, verglichen mit 6,8 Milliarden Euro Ende Dezember 2018, und entsprach 7,4 Umsatzmonaten.

Betriebsergebnis und Nettoergebnis

Das Betriebsergebnis für das erste Halbjahr 2019 betrug 288 Millionen Euro und ergibt sich aus den folgenden Positionen:

Die Kosten für Personal-Reorganisation beliefen sich auf -63 Millionen Euro durch die beschleunigte Anpassung der Konzernbelegschaft in mehreren Ländern, insbesondere in Deutschland und in geringerem Umfang in Frankreich.

Die Kosten für Optimierung betrugen -17 Millionen Euro. Sie resultieren aus Büroschließungen und Rechenzentrumskonsolidierung, insbesondere in Nordamerika und Frankreich.

Die Integrations- und Akquisitionskosten lagen bei -24 Millionen Euro und hängen hauptsächlich zusammen mit der Integration von Syntel zur Generierung von Synergien sowie der Migration und Standardisierung interner IT-Plattformen aus früheren Akquisitionen.

-79 Millionen Euro wurden als Abschreibungen auf die Kaufpreisallokation erfasst, verglichen mit -49 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2018. Die Kundenbeziehungen von Syntel und die Abschreibungen auf Technologien beliefen sich im ersten Halbjahr 2019 auf -33 Millionen Euro.

Die aktienbasierten Vergütungspläne blieben im ersten Halbjahr 2019 mit -34 Millionen Euro nahezu stabil.

Auch die sonstigen Aufwendungen blieben im ersten Halbjahr 2019 mit -24 Millionen Euro stabil. Dieser Betrag deckt die Altersteilzeitregelung in Deutschland ab.

Der Nettofinanzaufwand belief sich im Berichtszeitraum auf -79 Millionen Euro; im ersten Halbjahr 2018 lag der Wert bei -23 Millionen Euro. Der Anstieg resultierte vor allem aus den Zinsaufwendungen in Höhe von -32 Millionen Euro zur Finanzierung der Syntel-Akquisition und den Zinsen auf die Leasingverbindlichkeiten nach der erstmaligen Anwendung der IFRS 16. Schließlich resultierten -3 Millionen Euro aus dem Wechselkurs – gegenüber einem Plus von +7 Millionen Euro im Vorjahr.

Der Steueraufwand für das erste Halbjahr 2019 betrug -38 Millionen Euro, was einem auf das Jahr umgerechneten Effektivsteuersatz (ETR – Effective Tax Rate) von 18,3 Prozent entspricht.

Der Anteil am Nettogewinn der nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen belief sich im ersten Halbjahr 2019 auf 12 Millionen Euround resultiert aus dem Beitrag von Worldline seit dem 1. Mai 2019.

Aufgrund der Entkonsolidierung von Worldline sind die Minderheitsanteile für die Gruppe nicht mehr von Bedeutung.

Infolgedessen weist die Gruppe für das am 30. Juni 2019 endende Halbjahr ein Nettoergebnis nach Gruppenanteil aus fortlaufenden Geschäftsaktivitäten von 180 Millionen Euro aus, was 3,1 Prozent des Konzernumsatzes entspricht.

Das Nettoergebnis nach Gruppenanteil aus eingestellten Geschäftsaktivitäten betrug 3.055 Millionen Euro. Es setzt sich zusammen aus dem Beitrag des Worldline Nettoergebnisses vom 1. Januar 2019 bis 30. April 2019 und dem Nettogewinn aus der Verteilung von Worldline Aktien abzüglich der Verteilungskosten (nach Steuern). Dieser Nettogewinn betrug 2.996 Millionen Euro.

Sowohl der unverwässerte Gewinn je Aktie (Basic EPS, Group Share) aus fortlaufenden Geschäftsaktivitäten als auch der verwässerte Gewinn je Aktie (Diluted EPS, Group Share) aus fortlaufenden Geschäftsaktivitäten betrug 1,68 Euro.

Das normalisierte Nettoergebnis ohne unwahrscheinliche, ungewöhnliche und seltene Ereignisse (nach Steuern) belief sich auf 343 Millionen Euro, was 6,0 Prozent des Konzernumsatzes im Berichtszeitraum entspricht.

Sowohl der normalisierte unverwässerte Gewinn je Aktie (Basic EPS, Group Share) aus fortlaufenden Geschäftsaktivitäten als auch der normalisierteverwässerte Gewinn je Aktie (Diluted EPS, Group Share) aus fortlaufenden Geschäftsaktivitäten lagen bei jeweils 3,21 Euro gegenüber 2,87 Euro im ersten Halbjahr 2018.

Freier Cashflow

Die operative Marge vor Abschreibungen (OMDA – Operating Margin before Depreciation and Amortization) betrug 835 Millionen Euro. Dies entspricht 14,5 Prozent des Umsatzes, verglichen mit 10,3 Prozent des Umsatzes im Juni 2018. Neben den Abschreibungen auf Nutzungsrechte an Vermögenswerten nach IFRS 16 ist auch der Anstieg der OMDA um 293 Millionen Euro auf den Einbezug von Syntel in den Konzern sowie auf organische Verbesserungen des operativen Geschäfts zurückzuführen.

Die Kapitalaufwendungen beliefen sich auf -173 Millionen Euro und entsprachen 3,0 Prozent des Umsatzes – 40 Basispunkte weniger als im Vorjahreszeitraum, da die Konzernstruktur weniger kapitalintensiv wurde.

Im ersten Halbjahr betrug die Veränderung des Working Capital -269 Millionen Euro (gegenüber -152 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2018). Der Anstieg des Working-Capital-Bedarfs gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres resultiert im Wesentlichen aus einer Kombination von drei Positionen:

  • Rückgang der Verkaufserlöse von Forderungen im ersten Halbjahr 2019, die jedoch über das gesamte Jahr stabil bleiben werden. Der Effekt betrug circa -40 Millionen Euro
  • Ungünstige geografische Zusammensetzung im zweiten Quartal bei den fakturierten Umsätzen: Nordamerika und Großbritannien, wo der Eingang schneller erfolgt, nahmen ab, während die meisten anderen Regionen anstiegen. Der Effekt liegt geschätzt bei circa -35 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2019
  • Höhere Konzentration von Lieferantenzahlungen im ersten Halbjahr im Vergleich zum zweiten Halbjahr – circa -35 Millionen Euro

Alle oben genannten Effekte gehen üblicherweise mit der Zeiteinteilung in Halbjahre einher und werden sich daher nicht auf die Generierung des freien Cashflows für das Gesamtjahr auswirken.

Der Gesamtauszahlungsbetrag für Reorganisation, Rationalisierung und Integration betrug -95 Millionen Euro. Ein größerer Teil der Reorganisationskosten wurde in das erste Halbjahr vorgezogen, um die Auswirkungen auf die operative Marge des Gesamtjahres zu optimieren. Das Ziel der Gruppe für das Gesamtjahr wird mit 1 Prozent des Umsatzes bestätigt, zuzüglich Syntel-Integrationskosten und dem Transformationsplan für Deutschland.

Die Auszahlungen für gezahlte Steuern betrugen -48 Millionen Euro. Der Anstieg um 17 Millionen Euro ist hauptsächlich auf den Syntel-Einbezug zurückzuführen.

Die Kosten der Nettoverschuldung stiegen von -8 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2018 auf -36 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2019, davon 32 Millionen Euro aus Zinsaufwendungen zur Finanzierung der Syntel-Akquisition.

Die sonstigen Posten schließlich beliefen sich auf insgesamt -26 Millionen Euro und blieben damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stabil.

Daraus ergibt sich ein im ersten Halbjahr 2019 erwirtschafteter freier Cashflow der Gruppe von 23 Millionen Euro gegenüber 78 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2018.

Entwicklung der Nettoliquidität

Die Nettozu- und -abgänge im ersten Halbjahr 2019 beliefen sich auf -11 Millionen Euro. Sie stehen hauptsächlich mit den Kosten für die Verteilung der Worldline-Aktien in Zusammenhang.

Die Kapitalerhöhung betrug im ersten Halbjahr 2019 insgesamt 15 Millionen Euro – gegenüber 7 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2018. Im Wesentlichen ist dies auf das im ersten Halbjahr 2019 gestartete Konzernbeteiligungsprogramm SHARE 2018 für Mitarbeiter zurückzuführen.

Im ersten Halbjahr 2019 wurden -76 Millionen Euro für den Aktienrückkauf ausgezahlt, insbesondere um den Aktionären Performance Shares ohne Verwässerung zu liefern.

Die Auszahlung aus der Dividendenzahlung für das Ergebnis 2018 betrug -58 Millionen Euro gegenüber 70 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2018.

Die Auswirkungen von Wechselkursschwankungen auf Schulden oder Barmittel in Fremdwährung beliefen sich im ersten Halbjahr 2019 auf insgesamt 5 Millionen Euro.

Infolgedessen betrug die Nettoverschuldung des Konzerns zum 30. Juni 2019 2.939 Millionen Euro gegenüber 2.872 Millionen Euro zum 31. Dezember 2018.

Personalwesen

Die Gesamtzahl der Konzernmitarbeiter belief sich Ende Juni 2019 auf 108.851 gegenüber 122.110 Ende Dezember 2018. Der Rückgang der Beschäftigtenzahl um 11.678 ist hauptsächlich auf die Entkonsolidierung von Worldline zum 30. April 2019 zurückzuführen.

Ohne diesen Skaleneffekt sank die Beschäftigtenzahl um -1,5 Prozent, um den Einfluss von Automation und Robotik sowohl zu begleiten als auch zu antizipieren.

Im ersten Halbjahr 2019 stellte der Konzern 9.165 Mitarbeiter ein (davon 94 Prozent als direkte Mitarbeiter), verglichen mit 4.955 im ersten Halbjahr 2018. Die Einstellungen wurden hauptsächlich in den „Other Business Units” (davon 63 Prozent als direkte Mitarbeiter) vorgenommen, insbesondere in Offshore- oder Nearshore-Ländern wie Indien und Polen.

Die Fluktuationsrate betrug auf Konzernebene 15,4 Prozent, davon 21,4 Prozent in Offshore- und Nearshore-Ländern.

Ziele für das Jahr 2019

Die Gruppe bestätigt alle ihre Ziele für das Jahr 2019:

  • Umsatz aus organischem Wachstum: +1 Prozent bis +2 Prozent
  • Operative Marge: circa 10,5 Prozent des Umsatzes
  • Freier Cashflow: zwischen 0,6 und 0,7 Milliarden Euro

 

Anhang

Umsatz und operative Marge bei konstanter Basis und Wechselkursen

In € million H1 2019 H1 2018 % change
Statutory revenue 5,744 6,005 -4.3%
Exchange rates effect 68
Revenue at constant exchange rates 5,744 6,074 -5.4%
Scope effect -395
Exchange rates effect on acquired/disposed perimeters 23
Revenue at constant scope and exchange rates 5,744 5,701 +0.8%
Statutory operating margin 529 545 -2.9%
Scope effect -41
Exchange rates effect 9
Operating margin at constant scope and exchange rates 529 513 +3.1%
as % of revenue 9.2% 9.0%

 

Verbundeffekte beliefen sich auf -395 Millionen Euro Umsatz und teilten sich wie folgt auf:

  • -797 Millionen Euro betreffen die Neubewertung des Beitrags von Worldline zum Konzernumsatz im ersten Halbjahr 2018
  • +33 Millionen Euro betreffen den Umsatz von Atos Geschäftseinheiten mit Worldline im ersten Halbjahr 2018, der seit dem 1. Januar 2019 nicht mehr „neutralisiert“ in der Konzernrechnungslegung geführt, sondern als Umsatz der Gruppe gewertet wird
  • Der verbleibende positive Saldo von +369 Millionen Euro war hauptsächlich bezogen auf die Übernahme von Syntel (6 Monate für +410 Millionen Euro), die Abgabe von bestimmten Aktivitäten im Bereich Unified Communication & Collaboration und die Einstellung von nicht-strategischen Aktivitäten innerhalb von CVC.

Die Verbundeffekte beliefen sich auf -41 Millionen Euro für die operative Gewinnmarge. Die größte Wirkung hatten die Anpassung des Beitrags von Worldline zur operativen Gewinnmarge der Gruppe im ersten Halbjahr 2018 (-129 Millionen Euro) und die Übernahme von Syntel (6 Monate für +101 Millionen Euro). Da die operative Gewinnmarge der Atos Geschäftseinheiten mit Worldline im ersten Halbjahr 2018 weiterhin zum Gesamtergebnis beitrug, war keine Anpassung notwendig.

Wechselkurseffekte entstanden hauptsächlich durch den amerikanischen Dollar und leisteten einen positiven Beitrag zum Umsatz in Höhe von +91 Millionen Euro und zur operativen Gewinnmarge in Höhe von +9 Millionen Euro.

H1 2019 Umsatzentwicklung nach Märkten

 

In € million H1 2019 H1 2018* Organic
evolution
Manufacturing, Retail & Transportation 2,063 2,058 +0.2%
Public & Health 1,697 1,717 -1.2%
Financial Services 1,041 989 +5.2%
Telcos, Media & Utilities 943 937 +0.7%
Total 5,744 5,701 +0.8%

* At constant scope and exchange rates

 

Q2 2019 Umsatzentwicklung nach Divisionen

 

In € million Q2 2019 Q2 2018* Organic
evolution
Infrastructure & Data Management 1,599 1,608 -0.6%
Business & Platform Solutions 1,070 1,058 +1.1%
Big Data & Cybersecurity 258 228 +13.2%
Total 2,927 2,894 +1.1%
* At constant scope and exchange rates

Q2 2019 Umsatzentwicklung nach Business Units

 

In € million Q2 2019 Q2 2018* Organic
evolution
North America 683 722 -5.5%
Germany 563 548 +2.7%
France 449 425 +5.6%
United Kingdom & Ireland 420 430 -2.4%
Benelux & The Nordics 260 248 +4.9%
Other Business Units 553 520 +6.2%
Total 2,927 2,894 +1.1%
* At constant scope and exchange rates

Q2 2019 Umsatzentwicklung nach Märkten

 

In € million Q2 2019 Q2 2018* Organic
evolution
Manufacturing, Retail & Transportation 1,071 1,058 +1.2%
Public & Health 846 865 -2.2%
Financial Services 538 493 +9.3%
Telcos, Media & Utilities 472 478 -1.3%
Total 2,927 2,894 +1.1%
* At constant scope and exchange rates

 

Telefonkonferenz

Am 25. Juli 2019 fand eine Telefonkonferenz unter der Leitung von Thierry Breton, Chairman und CEO, zu den Ergebnissen von Atos im ersten Halbjahr 2019 statt. Es wurden auch Fragen aus der Finanzwelt beantwortet.

Eine Aufzeichnung der Telefonkonferenz ist hier verfügbar: https://atos.net/en/investors

 

Termine

  1. Oktober 2019 Umsatzzahlen 3. Quartal 2019
  2. Februar 2020 Ergebnisse Geschäftsjahr 2019
  3. April 2020 Umsatzzahlen 1. Quartal 2020

 

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Über Atos

Atos ist ein weltweit führender Anbieter für die digitale Transformation mit circa 110.000 Mitarbeitern in 73 Ländern und einem Jahresumsatz von mehr als 11 Milliarden Euro. Als europäischer Marktführer für Cloud, Cybersecurity und High Performance Computing bietet die Atos Gruppe ganzheitliche Lösungen für Orchestrated Hybrid Cloud, Big Data, Business-Anwendungen und Digital Workplace. Der Konzern ist der weltweite IT-Partner der Olympischen und Paralympischen Spiele und firmiert unter den Marken Atos, Atos Syntel und Unify. Atos ist eine SE (Societas Europaea) und an der Pariser Börse als eine der 40 führenden französischen Aktiengesellschaften (CAC40) notiert.

Das Ziel von Atos ist es, die Zukunft der Informationstechnologie mitzugestalten. Fachwissen und Services von Atos fördern Wissensentwicklung, Bildung sowie multikulturelle und pluralistische Forschungsansätze, die zur wissenschaftlichen und technologischen Exzellenz beitragen. Weltweit ermöglicht die Atos Gruppe ihren Kunden, Mitarbeitern und Partnern sowie der Gesellschaft insgesamt, in der Welt der Informationstechnologie nachhaltig und zuversichtlich zu leben, zu arbeiten und sich zu entwickeln.

Weitere Informationen finden Sie unter www.atos.net